Gutachten

über die

Höhe des Flurschaden

verursacht durch

Tagebergbauarbeitsgeräte
der Fa. Kohleges. mbH

auf Teilen der gärtnerischen Produktionsflächen

des

Gartenbaubetriebes Ch. M.
Z. Straße
0000 P.

Landkreis L.
Land S.

 

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Auftrag und Auftraggeber
  2. Wertermittlungsstichtag
  3. Anlaß
    1. Vorgaben
      1. Gärtnerei Chr. M.
      2. Kohleges. mbH
      3. Daten und Informationen
  4. Methodik der Wertermittlung
  5. Schadensermittlung
    1. Rekultivierung des Bodens im Bereich der Trasse
    2. Ertragsausfall
      1. Aufwuchsschaden
        Kopfsalat
        Radieschen
        Kohlrabi
        Weisser Rettich (rund)
        Schwarzer Rettich
        Porree
        Zusammenfassung des Ertragsausfall durch unmittelbare Schädigung
      2. Ertragsminderung in den Folgejahren
  6. Zusammenfassung
  7. Quellenverzeichnis
  8. Anlage

 

 

1. Auftrag und Auftraggeber

Mit Auftrag vom 23.09.1997 beauftragt die Kohleges. mbH (Braunkohlengesellschaft mbH) vertreten durch Hr. H. und Hr. D., den Unterzeichner mit der Ermittlung des Flurschadens und der Rekultivierungsmaßnahmen des, durch die Umsetzung von drei Tagebaugeräten verursachten Schaden auf den Flächen der Gärtnerei Chr. M. in P.. Betroffen sind die Flurstücke 2310, 796, 797 der Gemarkung P. und das Flurstück 28/1 der Gemarkung Z., Landkreis Land, Land S.

 

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2. Wertermittlungsstichtag

Die Ortsbesichtigung fand am

23.09.1997 in der Zeit von 15.30 Uhr bis 20.00 Uhr

statt. An der Besichtigung der Felder nahmen neben dem Unterzeichner, für den Auftraggeber Hr. D. und Frau P. und für die geschädigte Gärtnerei M. die Inhaberin Frau Chr. M. und ihr Vater Hr. M. teil.

 

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3. Anlaß

Anlaß der Schadensermittlung ist die, durch die Umsetzung von Tagebaugeräten - 2 Bagger, 1 Band- absetzer - vom Tagebau Schl zum Tagebau P auf den Feldern der Gärtnerei M. verursachten Ertragsausfälle in Verbindung mit nennenswerten Bodenverdichtungen.

 

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3.1. Vorgaben

3.1.1. Gärtnerei Chr. M.

Der Gartenbaubetrieb Chr. M. ist ein auf den Anbau von Feld- bzw. Freilandgemüse spezialisierter Betrieb. Der Betrieb wird als landwirtschaftlicher Einzelbetrieb von Frau Chr. M. geführt. Zuständige Agrarverwaltung ist das Amt für Landwirtschaft R.. Bewirtschaftet werden von dem Betrieb 38,745 ha gärtnerisch genutzter Flächen. Die geschädigten Flächen des Betriebes sind zugepachtete Flächen, deren Pachtdauer sich wie folgt zusammensetzt:

Flurstück Pachtdauer Restpachtzeit in Jahren

2310

1992 - 2004

7

796

1995 - 2007

10

797

1995 - 2007

10

28/1

1997

1

Bei den vom Betrieb bewirtschafteten Böden handelt es sich um schluffigen Lehm (uL), Bodentyp Brauerde, die in ihrer geologischen Entstehung dem Löß zu zuordnen ist. Nach Angaben der Betriebsleiterin betragen die Bodenwertzahlen zwischen 70 und 95 BP. Der A-Horizont weist eine Mächtigkeit zwischen 1 und 2m auf. Alle vom Betrieb bewirtschafteten Flächen sind beregnungsfähig.

Bei den Kulturen hat sich der Betrieb auf den Anbau von Kopfsalat, Rettich, Kohlrabi, Porree und Radieschen konzentriert. Die Vermarktung erfolgt über eine Erzeugerorganisation (EMG Erfurt-Laasdorf eG -Togaz eG) und über die Fa. O. am Großmarkt L..

Umsatzsteuerrechtlich ist der Betrieb zur Regelbesteuerung veranlagt.

 

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3.1.2. Kohleges. mbH

Die Kohleges. mbH ist das in der Region Leipzig Braunkohle im Tagebau abbauende Unternehmen, eines von zwei ostdeutschen Braunkohle abbauenden Unternehmen. Zu diesem Zweck werden raupenbewegte Großgeräte hin und wieder von einem Tagebaurevier in eine anderes Tagebaurevier umgesetzt. Wegen der Dimensionen dieser Geräte sind für die Umsetzung solcher Maschinen umfangreiche Trassierungsarbeiten, wie die Sondierung der Bodenbeschaffenheit und -stabilität, das Abnehmen und Vergraben von Stromleitungen, das Verrohren und Überbauen von Flüssen usw. notwendig. Insgesamt handelt es sich um ein von langer Hand geplantes und vom Bergamt genehmigtes Projekt, daß auf die einzelnen Befindlichkeiten der entlang der erkundeten und vorbereiteten Trasse liegenden Agrarunternehmen nur sehr begrenzt Rücksicht nehmen kann. In sofern kann auch von einer zeitweiligen Enteignung gesprochen werden. Dem zur Folge kommen die Entschädigungsgrundsätze der Enteignungsrechtsprechung zur Anwendung.

Bei den Fahrzeugen, die im September 1997 umgesetzt wurden, handelt es sich um 2 Schaufelradbagger, einen Bandabsetzer sowie in deren Gefolge zwei Raupenfahrzeuge mit Transformatoren und Dieselstromgeneratoren. Die Maschinen bringen, nach Angaben der Eigentümerin der Geräte, Bodendrücke von 0,09 - 0,172 MPa/cm² Bodenaufstandsfläche auf den Boden. Zum Vergleich bringt ein normaler landwirtschaftlicher Schlepper Bodendrücke von 0,08 - 0,14 MPa/cm².

 

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3.1.3. Daten und Informationen

Die Daten zur Produktion entstammen den Angaben der Betriebsinhaberin und ihres Vaters Hr. M., die sie im Beisein von Hr. D. und Frau P. sowie dem Unterzeichner gemacht haben. Ferner hat der Unterzeichner vom Auftraggeber Kartenmaterial mit der exakten Trasseneinmessung und den Flächenanteilen der darauf liegenden Feldfrüchten bekommen. Die Vermessung der geschädigten Fläche erfolgte durch die Markscheider der Kohleges. mbH. Bezüglich des Meßergebnisses besteht zwischen den Parteien ein Dissens, da für die Inhaberin der Gärtnerei M. das Ergebnis nicht nachvollziehbar ist. Es wird vereinbart, daß die Markscheider die Flächenkarte mit Meßpunkten versehen, um die Kontrolle des Ergebnisses zu ermöglichen.

Des weiteren hat der Auftraggeber auf den Trassenflächen Bodenproben zur pH-Wert-Ermittlung gezogen und diese ebenfalls dem Unterzeichner zur Verfügung gestellt.

Datenmaterial zur Berechnung des entstandenen Schadens wird zudem aus der KTBL Datensammlung Gartenbau, dem Taschenbuch des Pflanzenarztes, den Preisangaben der ZMP (Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle der dt. Landwirtschaft GmbH) sowie den Angaben der Togaz eG entnommen.

Daten und Angaben, sowie die Vereinbarungen, die im Verlauf des Ortstermins gemacht oder getroffen wurden, wurden alle im gegenseitigen Einvernehmen gemacht, so daß der Gutachter diese Daten nicht zu hinterfragen bracht, soweit diese Angaben nicht eindeutig als unrichtig oder unbrauchbar zu erkennen sind.

 

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4. Methodik der Wertermittlung

Entschädigungsgrundsatz

Grundsätzlich gilt, daß durch die Entschädigung der Geschädigte keinen Vorteil erzielen darf, den er nicht ohne das Schadensereignis auch erzielt hätte. D.h. der Geschädigte soll durch die Entschädigung so gesellt werden, als wäre der Schaden nicht eingetreten. Aus diesem Grundsatz ergibt sich eine aktive Schadensminderungspflicht des Geschädigten. Der Schaden definiert sich aus den Kosten oder Aufwendungen, die der zur Entschädigung Verpflichtete zu leisten hat um den Zustand vor Schadenseintritt wieder herzustellen.

In die Entschädigung fließen neben den Erstattungen des sofort sichtbaren Schaden auch mögliche Folgeschäden in einer etwaigen Regenerierungszeitspannen, die der Boden benötigt um sein natürliches Gefüge zurückzugewinnen, ein.

 

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Berechnungsmethode

Der zu entschädigende Betrag setzt sich zusammen aus den Festkosten, dem Reinertrag und den bis zum Schadenszeitpunkt angefallenen variablen Kosten. Am geeignetsten dazu ist die Bewertung nach den Regeln zur Ermittlung des Deckungsbeitrages der einzelnen Feldfrüchte. Der Ansatz ergibt sich aus dem Umstand, daß der zu entschädigende Betrag max. der Deckungsbeitrag zuzüglich der bereits tatsächlich investierten variablen Kosten ist. Der Deckungsbeitrag ist definiert als der Betrag, der sich aus der Subtraktion von Umsatz minus variable Kosten oder umgekehr aus der Addition von Festkosten plus Reinertrag ergibt.

Da im konkreten Fall alle zu bewertenden Feldbestände entweder erntereif oder in Bälde zur Ernte anstehen, kann auch mit der etwas einfacheren Differenzrechnung gearbeitete werden. Dazu werden all die Kosten vom Umsatzertrag abgezogen, die sich der Geschädigte wegen des Eintritts des Schadens erspart hat. Allerdings muß das übliche Risiko, das vom Schadensereignis bis zur Ernte existiert berücksichtigt werden, sofern ein solches Risiko überhaupt in Frage kommt.

 

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5. Schadensermittlung

Die Ermittlung des Schadens setzt sich zusammen aus dem Ernteverlust, der Rekultivierung der Boden im Bereich der Trasse und der Ermittlung der Folgeschäden bis zur vollständigen Wiederherstellung des Bodenkrümmelgefüges.

 

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5.1. Rekultivierung des Bodens im Bereich der Trasse

Da die Auftraggeberin in der Rekultivierung erfahren ist, entschädigt sie diese Maßnahmen nicht in Geld, sondern wird die Arbeiten entsprechend der Empfehlung und Vereinbarungen in Eigenverantwortung durchführen. Daher macht der Unterzeichner Empfehlungen zur Rekultivierung, die die Parteien auf Vorschlag des Unterzeichner im Verlauf des Ortstermins beschlossen haben. Ergänzend kommen mögliche vertragliche Absprachen zwischen den Parteien vor dem Ortstermin zum Ansatz, sofern dies aus den Unterlagen des Unterzeichners hervorgeht.

 

1. Arbeitsgang

Bei den im Rahmen des Ortstermins durchgeführten Messungen der partiellen Bodenverdichtung mit der einfachen Bodensonde wurde in den nicht befahrenen Salatbeeten ein Bodenverdichtungshorizont bei einer Einstichtiefe von 0,25 bis 0,30 m ermittelt. Da im Feldgemüsebau zwei bis drei Anbaudurchgänge pro Vegetationsperiode üblich sind, bei denen die Böden im Bereich der Fahrgassen zwischen 10 und 15 mal überfahren werden, ist der Boden in diesem Bereich produktionsbedingt stark verdichtet. Begünstigt wird die Bodenverdichtung vor Ort durch den hohem Anteil an Tonmineralen, der Lößböden zu eigen ist. Um dem Boden im Bereich der Trasse mit zusätzlich deutlich höheren Überfahrtsfrequenzen - jede einzelne Raupenkette an einem Gerät zählt als Überfahrt, dazu kommen die Vielzahl von logistischen Überfahrten von Begleitfahrzeugen - eine rasche Regenerierung des Bodengefüges zu ermöglichen, ist die Wasser- und Luftführung im Boden bis auf eine Tiefe von 0,65 bis 0,90 cm durch mechanische Lockerung zu verbessern.

Zu diesem Zweck wird eine Tiefenlockerung mit Wippschartiefenlockerer - soweit vorhanden - oder einfachen Meiselscharlockerer auf die gesamte Länge bei einer Bearbeitungstiefe von 0,75 bis 0,90 m vereinbart. Die Tiefe von 0,90m ergibt sich aus den Eigentümererklärungen und in dem Zusatz zum Vertrag mit der Gärtnerei M., wo diese Bearbeitungstiefen von 0,90 - 1,00 m gefordert werden.

Wegen der zwiebelförmigen Ausbreitung des Bodendruckes im Boden sollte die Bearbeitungsbreite ca. 1,00 m bis 2,00 m links und rechts über die sichtbaren Fahrspuren der Trasse hinaus gehen.

Vorsicht ist im Bereich des Weges geboten, da hier davon auszugehen ist, daß der Weg ein sich schräg nach unter ausweitendes Fundament hat. Dieses Fundament sollte nicht gelockert werden, da sonst der Weg bei der kleinsten Belastung an den Rändern einbricht. Darüber werden mit der Lockerung womöglich Steine an die Oberfläche geholt.

Auch ist vor dem Arbeitsgang zu klären, ob irgendwelche Leitungen oder alte Fundamente in dieser Höhe im Boden liegen. Letzteres würde am Gerät zu erheblichen Schäden führen.

 

2. Arbeitsgang

Der Boden sollte, ausschließlich zur Strukturverbesserung - eine Aufkalkung des Bodens aus pflanzenbaulicher Ertragssicht ist nicht Aufgabe des Schadensersatzpflichtigen - eine Düngung mit Kalk oder Gips erhalten. Die Entscheidung welche Form der Düngung in Frage kommt, ist abhängig vom Boden-pH-Wert. Entsprechend der Empfehlungen der Literatur1 liegt im Feldgemüsebau der optimale pH-Wert bei einem Boden pH - Wert von 6,5 bis 6,9.

Werden diese Werte erreicht, dann wird die Bodenstrukturverbesserung durch die Einbringung von Gips (CaSo4) mit einer Aufwandmenge von ca. 50 dt/ha empfohlen. Hintergrund dieser Empfehlung ist die Tatsache, das Gips zwar ein Calciumdünger ist, nicht aber die Wirkung eines Ca-Düngers - pH-Wert-Regulierung - entfaltet, sondern sich ausschließlich um die Zusammenlagerung der Tonminerale, die für die Flockung im Boden verantwortlich sind, kümmert. Alternativ kann Torf zur Verbesserung der Bodenstruktur eingesetzt werden. Dabei hat der Torf allerdings nur eine mechanische Strukturverbesserungswirkung, keine chemische wie dies bei Gips der Fall ist.

Die Beprobung der Trasse erfolgte durch die Bodenprobenehmer der Kohleges. mbH. Beprobt wurde die Bearbeitungstiefe von 0 - 0,30 m verteilt auf die gesamte Bewertungsfläche. Eine tiefere Beprobung ist nicht notwendig, da der Wachstumshorizont nicht wesentlich über diese Tiefe hinausgeht. Die Beprobung ergab folgende Werte:

Kultur Probennummer pH-Wert
Kopfsalat S 1 6,5
  S2 6,5
schwarzer Rettich Rs1 6,4
  Rs2 7,0
Radieschen Ra1 5,9
weißer Rettich Rw1 5,7
  Rw2 6,1
Kohlrabi K1 6,4
Porree P1 6,8
  P2 7,3
durch. pH-Wert der Trasse 6,46

Aufgrund der vorgefundenen pH-Werte werden Aufwandmengen zur Strukturverbesserung wie folgt empfohlen:

Probenbereich vorhandener durchschn. Boden-pH-Wert Düngerform Menge
dt/ha
S1, S2 6,5 CaCO3 30,0
K1, Ra1, Rs1 6,23 CaCO3 30,0
Rw1, Rw2 5,90 CaCO3 30,0
P1, P2, Rs2 7,03 CaCO3 10,0

In dem Bereich zwischen dem Weg und dem Mühlgraben liegen die pH-Werte niedrig, hier könnte auch mit Branntkalk als schnellwirkenden Kalk gearbeitet werden. Zur Vereinfachung wird die ausschließliche Verwendung von Scheidkalk aus der Zuckerfabrik empfohlen. Da die Dünger alle staubförmig angeliefert werden sind sie bodennah, gleichmäßig und mit einem Kalkgroßflächenstreuer auszubringen. Vorsicht ist im Bereich des Flurstückes 28/1 mit einem pH-Wert von > 7 geboten. Hier sollte die Kalkung nur nach Rücksprache mit dem Betriebsinhaber erfolgen, da im Betrieb Kulturen angebaut werden, die einen zu hohen pH-Wert nicht vertragen, z.B. Rettich. Sollte keine Einigung erzielt werden können, dann rate ich in diesem Bereich von der Kalkung ab.

 

3. Arbeitsgang

Der Oberboden ist mit einem Rotorbodenbearbeitungsgerät mit Tiefenlockerungsscharen (auf keinen Fall eine Kreisselegge verwenden) nach Tiefenlockerung und Kalkung ein weiteres Mal zu bearbeitet. Zu empfehlen wäre der Einsatz einer 3m oder 4m breiten Dutzi-Bodenbearbeitungsmaschine. Die Flügelschare der Maschine sind auf eine Bearbeitungstiefe von 35 cm einzustellen. Die Getriebeschaltung der Maschine ist auf die hohe Drehzahl einzustellen (3m-Maschine Stufe 3, 4m-Maschine Stufe 2). Als Vorfahrtsgeschwindigkeit werden 4 - 6 km/h empfohlen. Selbstverständlich können auch andere äquivalente Geräte eingesetzt werden. Zu nennen sind hier beispielsweise der Rau-Rotortiller, Rotorgeräte vom Rabewerk usw.. Entscheident sind die Drehzahl des Rotors - nicht unter 1000 U/min - und die davor laufenden Flügelschare mit einer Tiefe von 35 cm. Des weiteren wird empfohlen die Bearbeitung mit dieser Maschine im 45° Winkel versetzt zur üblichen Bearbeitungsrichtung durchzuführen.

Alle empfohlenen Maßnahmen sind nur bei trockenen Bodenverhältnissen noch im Herbst 1997 durchzuführen, damit der Frost zur besseren Garebildung beitragen kann.

 

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5.2. Ertragsausfall

5.2.1. Aufwuchsschaden

Folgende Kulturen sind durch die Trasse berührt:

Kopfsalat, Radieschen, weißer Rettich, schwarzer Rettich, Kohlrabi und Porree

Bodenbearbeitung:
Nichtwendende Bodenbearbeitung mit Grubber und Kreiselegge. Für die Beetbildung wird eine Beetfräse eingesetzt. Für die Tiefenlockerung ist ein Tiefenlockerungsgerät mit einer Bearbeitungstiefe von ca. 0,65m vorhanden.

Saat/Pflanzung:
Der Betrieb verfügt über eine Pflanzmaschine für Salat usw.. Für die Saat von pilliertem Saatgut steht eine Einzelkorndrille zur Verfügung.

Beregnung:
Rohrberegnung, beweglich mit Verregnern, oberirdischen Metallrohrleitungen und zwei Pumpen. Es wird davon ausgegangen, daß das Wasser kostenlos entnommen werden kann.Entsprechend der Angaben im KTBL-Taschenbuch für den Gartenbau sind die var. Kosten der Beregnung mit jährlich 52,63 DM/ha bei 4 Beregnungen angegeben. Mithin ergibt sich für eine Beregnung ein Kostenansatz für var. Kosten von 13,16 DM/ha.

Pflanzenschutz:
Dem Betrieb steht eine Aufsattelspritze zum MB-Trac mit wahrscheinlich 2000 ltr. Fassungsvermögen zur Verfügung. Gespritzt wird generell mit 600ltr. Wasser/ha. Die Unkrautbehandlung erfolgt in der Regel durch Hacken, gelegentlich durch den Einsatz von Herbiziden.

Düngung:
Die N-Düngung erfolgt als Vorauflaufgabe in Form von 27% Kalkamonsalpeter
Phosphor wird als Einmalgabe im Herbst oder Frühjahr in Form von Superphos oder als Mehrnährstoffdünger zusammen mit Kali gegeben.
Nach Angaben von Hr. M. wird regelmäßig gekalkt, da wegen der hohen Anzahl an Beregnungen ansonsten der Boden versauert. Es werden ca. 30 dt/ha und Gabe CaO ausgebracht.

Ernte:
Die Ernte erfolgt durch Saisonarbeitskräfte im Akkord von Hand. Die Erntekosten sind vom Betrieb genannt.
Der Transport der Erntebehälter zum und vom Feld wird mit Hilfe von Schleppergespannen durchgeführt. Laut KTBL - Datensammlung belaufen sich die Kosten für einen Hinterradschlepper bis 65PS auf 8,22 DM/Sh. Der Anhänger wird mit 0,30 DM/Sh angesetzt. Die Schlepperstunden für die Ernte sind im Handbuch "Faustzahlen der Landwirtschaft" enthalten.
Angaben zur Verpackung der Früchte hat der Betrieb gemacht. Es werden sowohl Leihkisten als auch Einmalverpackungen eingesetzt. Ebenfalls vom Betrieb wurden die Gebindegrößen genannt.
Zur Reinigung der verschiedenen Früchte werden spezielle Waschautomaten verwendet. Je nach Fruchtart werden entweder nur die gefüllten Kisten abgesprüht oder die ganze Frucht gewaschen. Zum Ansatz kommen 1 m³ Wasser a 2,40 DM/m³ und 1,00 DM/Mh an var.Maschinenkosten des Reinigungsgerätes.
Der Transport der Ware zum Abnehmer erfolgt durch LKW. Hier sind durchschnittlich 3 Std. a 80 DM/Std. angesetzt. Der LKW ist mit einem Ladevolumen von ca. 31 m³ unterstellt, die Kistengrößen sind dem Handbuch "Faustzahlen der Landwirtschaft" entnommen.

Preisfindung:
Zum einen wurde der Preis angesetzt, den die Togaz als Erzeugerpreis genannt hat, zum andern wurden die Preisangaben der ZMP verwendet. Dabei ergeben sich mehrere Probleme. Zum einen beziehen sich die Liste, die dem Unterzeichner vorliegen auf Großmarktabgabepreise, d.h. der Erzeugerpreis ergibt sich aus Großmarktabgabepreis minus Vermarktungsmarche. Zum andern hat die Togaz eG als Erzeugerorganisation - bäuerl. Selbsthilfeeinrichtungen - zwar ihre Einstandspreise - Poolpreise - genannt, aber die Vermarktergebühr nicht berücksichtigt. Die Vermarktergebühren bewegen sich zwischen 10 und 15% bei Erzeugerorganisationen und zwischen 20 und 30% bei Händlern. Der Unterzeichner wählt 25% beim Händler und 12% bei der EO und bleibt damit deutlich unter den Abzügen, die sich aus den Angaben über den Erzeugerpreis und den Großmarktabgabepreis ergeben. Ein Beispiel der Erzeugerpreis für Kopfsalat wird für die 40 KW in der sächs. Bauernzeitung unter Bezug auf die ZMP Berlin mit 0,32 DM/Kopf angegeben. Der Großmarktabgabepreis wird von der selben Quelle mit 0,58 bis 0,60 DM/Kopf und von der Togaz eG mit 0,50 DM/Kopf genannt.

 

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Kopfsalat

Sorte Miriam Aussaat bzw. Pflanzung Pflanzung
Saat- bzw. Pflanztermin 8/9.08.1997 Vorfrucht Kohlrabi
Pflanzdichte/ha zur Saat 80.000,00 Pflanzen/ha zur Ernte 72.000,00
Pflanzenschutz Mittel Aufwandmenge/ha Anzahl Behandlungen
Insektizid Pirimor 200 g 3
Fungizid Polyram WG 1,5 kg 2
  Aliette 1,5 kg 1
Herbizid Handhacke    
Düngung      
N KAS 100 kg  
P2O5 Superphos 60 kg  
Beregnung/Einsparung   20 mm 5/1
Erntezeitpunkt 1 Okt. Dekade Erntetechnik Handernte
Schadensfläche gesamt 3.856,80 m² Salatköpfe auf Trasse 27.768,96 Köpfe
Preis i. DM/Kopf 39/41KW (Quelle) 0,38 (ZMP Berlin) Erzeugerpreis minus 12% Vermarktungsgebühren
= 0,35
0,50 (Togaz) minus 12% Vermarktungsgebühren = 0,45 0,44 (ZMP Leipzig bei 25% Großistenmarche)
Preisansatz (Umsatzverlust Kopfsalat) 70% Togaz/30% Fa. Oertel Leipzig 0,45 DM/Kopf 12.412,73 DM

 

Einsparungen     DM/Kopf
Kosten/Beregnung v,Kosten 52,63 DM/ha u. Jahr 13,16 DM/Beregnungsgang 0,0002
Bezahlung Erntekräfte 0,50 DM/Kiste   0,04
Verpackungseinheit Leihkiste a 12 Köpfe 0,40DM/Kiste 0,03
Maschinenkosten/ha 26 Sh 8,52 DM/Sh 0,0031
Reinigung Kiste abgesprüht   0,0012
Transport 60% Abholung 40% Transport 0,01
Eingesparte Kosten/Stk.     0,09
Eingesparte Kosten ges.     2.590,22 DM
Entschädigungsbetrag Kopfsalat 1997     9.822,50 DM

 

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Radieschen

 

Sorte Rota, JW 33 Aussaat bzw. Pflanzung Einzelkornsaat
inkrust. Saatgut
Saat- bzw. Pflanztermin 29.08.1997 Vorfrucht Kopfsalat
Pflanzdichte/ha zur Saat 1.800.000,00 Pflanzen/ha zur Ernte 1.440.000,00
Pflanzenschutz Mittel Aufwandmenge/ha Anzahl Behandlungen
Fungizid Ridomil MZ super 1,5 kg 1
Beregnung/Einsparung   20 mm 6/1
Erntezeitpunkt sofort bis 1.Okt. Dekade Erntetechnik Handernte
Schadensfläche gesamt 1.289,60 m² Pflanzen auf Trasse 185.702,40
    Bund (15 Pfl.) auf der Trasse 12.380,16
Preis i. DM/Bund 39/41KW (Quelle) 0,39 (ZMP Berlin) Erzeugerpreis minus 12% Vermarktungsgebühren = 0,35 0,39 (Togaz) minus 12% Vermarktungsgebühren = 0,35 0,40 (ZMP Leipzig bei 25% Großistenmarche)
Preisansatz (Umsatzverlust Radieschen) 100% Fa. Oertel Leipzig 0,38 DM/Bund 4.642,56 DM

 

Einsparungen     DM/Bund
Kosten/Beregnung v,Kosten 52,63 DM/ha u. Jahr 13,16 DM/Beregnungsgang 0,000137
Bezahlung Erntekräfte     0,08
Verpackungseinheit Holzkiste a 15 Bund 0,30DM/Kiste 0,02
Maschinenkosten/ha 25 Sh 8,52 DM/Sh 0,002219
Reinigung Bund waschen   0,0039
Transport 40% Abholung 60% Transport 0,04
Eingesparte Kosten/Bund     0,15
Eingesparte Kosten ges.     1.828,22 DM
Entschädigungsbetrag Radieschen 1997     2.814,34 DM

 

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Kohlrabi

Der Kohlrabi war am Tag der Gutachtenaufnahme bereits geerntet.

Sorte Patrick Aussaat bzw. Pflanzung Einzelkornsaat
inkrust. Saatgut
Saat- bzw. Pflanztermin 24-26.05.1997 Vorfrucht Kopfsalat
Pflanzdichte/ha zur Saat 160.000,00 Pflanzen/ha zur Ernte 100.000,00
Pflanzenschutz Mittel Aufwandmenge/ha Anzahl Behandlungen
Insektizid Ribcord 40 0,4 ltr 1
  Pirimor 0,2 kg 1
  Decis 0,4 ltr. 1
Herbizid Butisan 1,5 kg 2
Dünger      
N KAS 120 kg  
P2O5 Superphos 70 kg  
Beregnung/Einsparung   20 mm 5/0
Erntezeitpunkt 3.Sept. Dekade Erntetechnik Handernte
Schadensfläche gesamt 316,70 m² Pflanzen auf Trasse 3.167,00
Preis i. DM/Stk 39/41KW (Quelle) 0,26 (ZMP Berlin) Erzeugerpreis minus 12% Vermarktungsgebühren = 0,23 0,28 (Togaz) minus 12% Vermarktungsgebühren = 0,25 0,30 (ZMP Leipzig bei 25% Großistenmarche)
Preisansatz (Umsatzverlust Kohlrabi) 30% Fa. Oertel Leipzig/70% Togaz 0,27 DM/Stk 839,26 DM

 

Einsparungen     DM/Stk
Bezahlung Erntekräfte     0,05
Verpackungseinheit Leihkiste a 25 Stk 0,40DM/Kiste 0,02
Maschinenkosten/ha 27 Sh 8,52 DM/Sh 0,00230
Reinigung Kiste abgesprüht 0,0123
Transport 60% Abholung 40% Transport 0,03
Eingesparte Kosten/Stk.     0,09
Eingesparte Kosten ges.     285,68 DM
Entschädigungsbetrag Kohlrabi 1997     553,58 DM

 

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Weisser Rettich (rund)

Sorte Tokio Cross, Market Express Aussaat bzw. Pflanzung Einzelkornsaat
inkrust. Saatgut
Saat- bzw. Pflanztermin 30.07.1997 Vorfrucht Kopfsalat
Pflanzdichte/ha zur Saat 200.000,00 Pflanzen/ha zur Ernte 100.000,00
Pflanzenschutz Mittel Aufwandmenge/ha Anzahl Behandlungen
Insektizid E605 forte 0,22 ltr 1
Herbizid Handhacke   1
Beregnung/Einsparung   20 mm 4/0
Erntezeitpunkt 4.Sept./1.Okt.Dekade Erntetechnik Handernte
Schadensfläche gesamt 3.029,80 m² Pflanzen auf Trasse 30.298,00
Preis i. DM/Stk 39/41KW (Quelle) k.Angabe (ZMP Berlin) Erzeugerpreis k. Angabe (Togaz) 1,00 - 1,50 DM/Bund (Angabe Fr. M.)
Preisansatz (Umsatzverlust weisser Rettich) 100% Fa. Oertel Leipzig 1,25 DM/Bund 9.468,13 DM

 

Einsparungen     DM/Bund
Bezahlung Erntekräfte     0,14
Verpackungseinheit Leihkiste a 10 Bund 0,40DM/Kiste 0,04
Maschinenkosten/ha 27 Sh 8,52 DM/Sh 0,01
Reinigung Einzelwäsche   0,01
Transport 40% Abholung 60% Transport 0,02
Eingesparte Kosten/Bund     0,18
Eingesparte Kosten ges.     5.587,39 DM
Entschädigungsbetrag weisser Rettich 1997     3.880,73 DM

Die Preisfindung gestaltet sich schwierig, da der weisse runde Rettich nicht in den ZMP - Preisangaben enthalten ist. Daher bezieht sich der Unterzeichner auf die Angaben der Betriebsinhaberin Frau M..

 

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Schwarzer Rettich

Sorte Runder Schwarzer Aussaat bzw. Pflanzung Einzelkornsaat
inkrust. Saatgut
Saat- bzw. Pflanztermin 12-17.07.1997 Vorfrucht Kopfsalat/Kohlrabi
Pflanzdichte/ha zur Saat 350.000,00 Pflanzen/ha zur Ernte 250.000,00
Pflanzenschutz Mittel Aufwandmenge/ha Anzahl Behandlungen
Insektizid Metasystox 1,5 ltr 1
  E605 forte 0,25 kg 1
Herbizid Handhacke    
Dünger      
N KAS 70 kg  
Beregnung/Einsparung   20 mm 4/1
Erntezeitpunkt 4.Okt. Dekade Erntetechnik Handernte
Schadensfläche gesamt 7.028,00 m² Pflanzen auf Trasse 175.700,00
Lagerverluste gesamt 22,22 % Pflanzen Verkauf 136.655,56
Ertragsverlust in kg

(6 Pfl/kg)

22.775,93    
Preis i. DM/Stk 39/41KW (Quelle) k.Angaben (ZMP Berlin) Erzeugerpreis k. Angaben (Togaz) 1,50 - 1,60 DM/kg (Angabe Fr. M.)
Preisansatz (Umsatzverlust
schwarzer Rettich)
100% ZMP Leipzig 1,55 DM/kg 35.302,69 DM

 

Einsparungen     DM/kg
Kosten/Beregnung v.Kosten 52,63 DM/ha u. Jahr 13,16 DM/Beregnungsgang 0,0004
Bezahlung Erntekräfte     0,17
Verpackungseinheit Kiste a 5kg 0,20DM/Kiste 0,01
Maschinenkosten/ha 30 Sh 8,52 DM/Sh 0,01
Reinigung Rundwaschgerät   0,01
Transport 40% Abholung 60% Transport 0,003
Ein-/Auslagerung     0,12
Eingesparte Kosten/kg     0,32
Eingesparte Kosten ges.     7.202,33 DM
Entschädigungsbetrag schwarzer runder Rettich 1997     28.100,36 DM

Die Preisfindung gestaltet sich schwierig, da der schwarze, runde Rettich nicht in den ZMP - Preisangaben enthalten ist. Daher bezieht sich der Unterzeichner auf die Angaben der Betriebsinhaberin Frau M..

 

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Porree

Sorte Armundo Aussaat bzw. Pflanzung Pflanzung
Saat- bzw. Pflanztermin 19/20.06.1997 Vorfrucht Wirsing/schw. Rettich
Pflanzdichte/ha zur Saat 208.333,33 Pflanzen/ha zur Ernte 167.200,00
Pflanzenschutz Mittel Aufwandmenge/ha Anzahl Behandlungen
Insektizid Metasystox 1,5 kg 2
  BI 58 0,4 ltr 1
  Tamaron 0,600 ltr. 1
Fungizid Ronilan 1,0 kg 1
  Saprol 2,0 ltr. 1
Herbizid Maschinenhacke   2
Dünger      
N KAS 220 kg 2
P2O5 Superphos 120 kg  
Beregnung/Einsparung   20 mm 6/1
Erntezeitpunkt 4.Okt. Dekade Erntetechnik Handernte
Schadensfläche gesamt 5.028,40 m² Flächenzuschlag 5,0 %
korr. Schadensfläche ges. 5.279,82 m² Ertrag auf Trasse 15.427,20 kg
Preis i. DM/kg 39/41KW (Quelle) 0,69 (ZMP Berlin) Erzeugerpreis minus 12% Vermarktungsgebühren = 0,62 0,80 (Togaz) minus 12% Vermarktungsgebühren = 0,71 0,75 (ZMP Leipzig bei 25% Großistenmarche) belgische Ware
Preisansatz (Umsatzverlust Porree) 100% Fa Oertel Leipzig 0,75 DM/kg 11.570,40 DM

 

Einsparungen     DM/kg
Kosten/Beregnung v.Kosten 52,63 DM/ha u. Jahr 13,16 DM/Beregnungsgang 0,000329
Bezahlung Erntekräfte     0,25
Verpackungseinheit 15% a 5,0 kg Sack
85% a 10,0 kg Steige
0,17DM/Sack
0,40 DM/Steige
0,37
Maschinenkosten/ha 24 Sh 8,52 DM/Sh 0,01
Reinigung Rundwäsche   0,01
Transport 40% Abholung 60% Transport 0,03
Eingesparte Kosten/kg     0,30
Eingesparte Kosten ges.     4.592,06 DM
Entschädigungsbetrag Porree 1997     6.978,34 DM

Die Flächenkorrektur wurde vereinbart, da durch Oberleitungsarbeiten im Zuge der Aktion in den Lauchbeständen Trittschäden entstanden.

 

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Zusammenfassung des Ertragsausfall durch unmittelbare Schädigung

Gemüseart Fläche m² Summe DM
Kopfsalat 3.856,80 9.822,50
Radieschen 1.289,60 2.814,34
Kohlrabi 316,70 553,58
weisser runder Rettich 3.029,80 3.880,73
schwarzer runder Rettich 7.028,00 28.100,36
Porree 5.279,82 6.978,34
Gesamtsumme   52.149,85

Die Entschädigung wird auf 52.150,00 DM festgesetzt.

 

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5.2.2. Ertragsminderung in den Folgejahren

Bei der Berechnung der Ertragsminderung in den folgenden Jahren wird davon ausgegangen, daß sich diese auf 30% im ersten Jahr nach Schadensregulierung (1998), 20% im zweiten Jahr und 10% im dritten Jahr beläuft. In Anbetracht der Tatsache, daß das wirkliche Ausmaß der Folgeschäden nur schwer kalkulierbar ist, da es keine Regeln oder umfangreiche Erfahrungen über die Reaktion einzelner Bodentypen zu derartigen Druckauswirkungen gibt, sollte im Herbst des kommenden Jahres eine Nachbeurteilung der Bestände erfolgen, um festzustellen ob die 30% Ertragsminderung ausreichend waren. Gegebenenfalls ist dann eine Nachentschädigung notwendig.

Ausgangsbasis für die Berechnung, ist der durchschnittliche monetäre Ertrag der geschädigten Fläche bezogen auf die Fruchtfolge des Betriebes. Dabei wird die Annahme vorgegeben, daß die Bestellkosten und die Kosten der Kulturpflege voll zu erbringen sind, daß sich aber die Kosten der Ernte wegen der fehlenden Erntemengen reduzieren. Somit wird bei der Ermittlung der Folgeschäden in den kommenden Jahren auf das monetäre Ergebnis unter Pkt. 5.2 zurückgegriffen

Der sich so ermittelnde Betrag wird unter Berücksichtigung der Restnutzungsdauer der Pachtflächen verzinst und zum Bewertungsstichtag kapitalisiert. Als Zinssatz werden 5% angesetzt. Mit Ausnahme des Flurstückes 28/1 der Gemarkung Zauschwitz sind alle Flurstücke länger als 3 Jahre gepachtet, so daß die Pachtdauer nur bei diesem Flurstück berücksichtigt werden muß. Allerdings haben sich die Parteien darauf geeinigt, daß der Gutachter in diesem Fall den Wert für die Restpachtzeit (= 1Jahr) und den vollen Wert bei einer mindestens 3-jährigen Restpachtzeit ausweist.

Der jährlich anzusetzende Ertrag ergibt sich aus dem durchschnittlichen Ertrag der Fruchtfolge unter Berücksichtigung der nicht anfallenden Kosten. Da der Betrieb seinen Anbau in üblicher Form und Intensität weiter betreibt, sich aber wegen der Bodenverdichtung die Erträge reduzieren sind nur die unter Pkt. 5.2 bereits berücksichtigten Minderausgaben wegen geringerer Erntemengen als kostenreduzierend zu berücksichtigen.

Kultur Ø Kulturdauer in Tagen monetärer Ertrag/m²

Kopfsalat

70

2,55

Radieschen

50

2,18

Kohlrabi

120

1,75

schwarzer Rettich

60

1,28

weisser Rettich

90

4,00

Porree

130

1,39

Durchschn. Wert

99,83

2,19

Dauer der Vegetationsperiode/Jahr

199

 

Durchschn. Nutzungen/Veg.Per.

2

4,38

Fläche gesamt

20.549,30m²

 

Ertrag/Jahr

 

90.033,82 DM

 

Zeitspanne

Verluste in %

jährl. Verluste DM

Abzinsungsfaktor bei 5% Zins/Jahr

Entschädigung
DM

1. Jahr

30 %

27.010,15

0,9523809

25.723,95

2. Jahr

20 %

18.006,76

0,9070294

16.332,67

3. Jahr

10 %

9.003,38

0,8638375

7.777,46

Ergebnis

     

49.834,07

Somit ergibt sich als vorläufige Entschädigung über alle Flächen in 3 Jahren ein Betrag von 49.834,00 DM.

Unter Berücksichtigung, daß das Flurstück 28/1 nur jeweils für ein Jahr gepachtet ist, verringert sich dieser Betrag wie folgt:

Ertrag Ertrags-
einbuße
%
Entschädigung in den Jahren
DM
Flächen-
ansatz
%
Anrechenbare Entschädigung in den Jahren DM Abzinsungs-
faktor bei 5% Zins/Jahr
Entschädigung
DM

1. Jahr

30 %

27.010,15

100

27.010,15

0,9523809

25.723,95

2. Jahr

20 %

18.006,76

74,56

13.426,58

0,9070294

12.178,30

3. Jahr

10 %

9.003,38

74,56

6.713,29

0,8638375

5.799,19

Ergebnis 43.701,45

Nach den gesetzlichen Entschädigungsregeln steht der Geschädigten somit eine Folgeentschädigung von 43.700,00 DM zu

 

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6. Zusammenfassung

Bodenrekultivierung

Tiefenlockerung mit Arbeitstiefe von 0,90 m

Kalkung mit 30 dt/ha CaCO3 unter Berücksichtigung der pH-Werte

Bodenbearbeitung mit Rotationsbodenbearbeitung und Vorgrubber auf eine Tiefe von 0,35 m

 

Entschädigung für entgangenen Nutzen in 1997

52.150,00 DM
(in Worten zweiundfünfzigtausendeinhundertfünfzig D-Mark)

 

Vorläufige Entschädigung für Ertragsminderung in den Jahren 1998 bis 2000

43.700,00 DM
(in Worten Dreiundvierzigtausendsiebenhundert D-Mark)

 

Gesamtentschädigung

95.850,00 DM
(in Worten fünfundneuzigtausendachthundertfünfzig D-Mark)

 

 

Zwickau, den 6. Dezember 1999

 

Menges D.

öbv landw. Sachverständiger

 

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7. Quellenverzeichnis

Ortstermin am 23.09.1997
Flurkarten der Kohleges. mbH
Bodenanalysen der Kohleges. mbH
KTBL-Taschenbuch Gartenbau, 3.Auflage, 1990, KTBL-Schriften-Vertrieb im Landwirtschaftsverlag GmbH Münster-Hiltrup
Bodenkunde in Stichworten, 4. erweiterte Auflage, 1983, Verlag Ferdinand Hirt
M. Köhne, Landwirtschaftliche Taxationslehre, 2. völlig überarbeitete Auflage, 1993, Verlag Paul Parey
A. Fink, Dünger und Düngung, 1. Auflage, 1979, Verlag Chemie
H. Eichhorn, Landtechnik, 6. Auflage, 1985, Verlag Eugen Ulmer
Faustzahlen für Landwirtschaft und Gartenbau, 11. Auflage, 1988, Verlagsunion Agrar
`96 Taschenbuch des Pflanzenarztes, 45. Folge, Landwirtschaftsverlag GmbH Münster-Hiltrup
Marktbericht der sächs. Bauernzeitung, Ausgabe 41 vom 10.10.1997, 38. Jahrgang
Preisangaben der EGM Erfurt-Laasdorf EG, Hr. Hampel, vom 29.09.1997
ZMP-Marktinfo Obst & Gemüse Nr. 113, Abgabepreise Großmarkt vom 08.10.1997

 

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8. Anlage

Flurkarte
Bodenprobenergebnis
Preisangaben ZMP, Bauernzeitung, Togaz eG

 

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© Oliver Gräber 1999