Gutachten

über die

Ertragseinbußen aus Wildschäden

in der Gemarkung Langenbernsdorf

der

Koberland e.G.
Dorfstraße 120
08429 Langenbernsdorf

Landkreis Zwickauer Land
Land Sachsen

 

 

Inhaltsverzeichnis

  1. Auftrag und Auftraggeber
  2. Wertermittlungsstichtag
  3. Anlaß
  4. Vorbemerkung
  5. Schadensfeststellung
  6. Abb. 1 Schlag 6-1 der Gemk. Langenbernsdor nach Aberntung des Silomaises
    Abb. 2 Grünstreifen zwischen Wald und Ackerland
    Abb. 3 Schadensübersicht über die östlichen Bereiche des Schlages
    Abb. 4 und 5 Schadstelle als Übersicht und Nahaufnahme eines Teils der Schadstelle (rot eingekreist)
    Abb. 6 Partieller Schadensschwerpunkt (rot umrandet)
    Abb. 7, 8, 9 Nahaufnahme von Schadstellen und angefressenen Pflanzen
  7. Schadenshöhe
  8. Abb. 10, 11, 12 Schlag 13-1 nördliche Grenze an der Kap-Straße im Bereich des Wäldchens
  9. Quellenverzeichnis

 

1. Auftrag und Auftraggeber

Mit Auftrag vom 20.09.2000 beauftragt die Koberland e.G., vertreten durch den Vorstandsvorsitzenden Herr Wolf, den Unterzeichner mit der Ermittlung der Flurschäden durch Wildschweine auf den von der Auftraggeberin gepachteten landwirtschaftlichen Nutzflächen in der Gemarkung Langenbernsdorf.

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2. Wertermittlungsstichtag

Es wurden 2 Ortstermine abgehalten. Zum 1. Termin am 20.09.2000 war außer dem Unterzeichner der Vorstandsvorsitzende der Auftraggeberin, Hr. Wolf anwesend, den 2. Ortstermin zur Aufnahme der Schäden führte der Unterzeichner selbständig durch. Die Ortstermine fanden am

20.09.2000 in der Zeit von 11.00 Uhr bis 12.30 Uhr
02.10.2000 in der Zeit von 16.00 Uhr bis 18.00 Uhr

statt. Als Bewertungsstichtag für das Gutachten wird der 02.10.2000 festgelegt.

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3. Anlaß

Die Auftraggeberin benötigt wegen dem Ausmaß der seit Jahren regelmäßig wiederkehrenden Wildschäden, vor allem in Silomaisflächen in der Gemarkung Langenbernsdorf, eine Wildschadensschätzung der innerhalb einer Vegetationperiode auftretenden Schäden. Auslöser des Begehrens ist der bestehende Dauerstreit zwischen Jagdpächter und Landpächter (Auftraggeberin) über das Ausmaß, die Einschränkungsmaßnahmen und die Bezahlung der Wildschäden.

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4. Vorbemerkung

Die Auftraggeberin ist Pächterin großer Teile der landwirtschaftlichen Nutzflächen der Gemarkung Langenbernsdorf. Langenbernsdorf ist ein Straßenhufendorf, das nach Süden und Westen an den Werdauer Wald bzw. den Leubnizer Forst angrenzt. Bei diesem Staatswald handelt es sich um ein mehrere 1000 ha großes zusammenhängendes Waldgebiet zwischen den Städten Werdau im Osten und Greiz im Süden, den Dörfern Langenbernsdorf im Norden und Teichwolframsdorf im Westen.

Lagebedingt verfügen die Regionen Mitteldeutschlands mit hohen Laubwaldanteilen, insbesondere die ehemaligen Gebiete der DDR, über einen hohen Schwarzwildbesatz, der in der einschlägigen DDR-Literatur beschrieben ist und der in besonderen Lagen wie dem Werdauer Wald besonders ausgeprägt ist. D.h., Wildschäden, verursacht durch Schwarzwild, sind in solchen Gemarkungen latent immer vorhanden. Verstärkt wird die Schwarzwildbesatzdichte durch den sich in den letzten Jahren erheblich ausweitenden Maisanbau, der den Tieren bis spät in den Herbst einen idealen Einstand mit Futter und Deckung bietet. Verschiedene Schadbilder sind erkennbar. Zum einen sind dies die schnurgeraden Brechspuren (Wühlspuren) entlang der frischgelegten Maissaatreihen, um an die Saatkörner zu gelangen, zum anderen sind dies die Schäden in den aufstehenden Maisbeständen, verstärkt auftretend nach der Getreideernte im August/September, bedingt durch den Wegfall der Deckung der Getreidefelder und schließlich sind dies Brech- und Wühlschäden in den Folgefrüchten - meist Getreide - auf der Suche nach von der Ernte übriggebliebenen Maiskolben.

Dr. Briedermann beschreibt in seinem Buch Schwarzwild1 die Gründe für dieses hohe Maß an Wildschäden durch Wildschweine. So gilt es heute als erwiesen, daß Wildschweine über eine große Einstandstreue verfügen, wenn sie im einmal gewählten Belauf genügend Nahrung während des gesamte Jahres finden. Bedingt durch die intensive Landwirtschaft in der Gemarkung und die unzureichende Bejagung der Tiere, ist eine geradezu ideale Grundlage für eine ständig wachsende Wildschweinpopulation im Werdauer Forst entstanden. Die von Briedermann beschriebenen Verhaltensmuster der Rotten innerhalb des natürlichen Tagesrythmus - ohne intensive Bejagung - und die beschriebenen Schäden bei zu hoher Bestandsdichte, spiegelt sich im vorgefundenen Schadbild wieder. Dazu führt Henning aus, daß bedingt durch die intensive Landwirtschaft die im Sommer auf dem Feld stattfindende Bejagung der Rotten wegen der modernen Feldbaumethoden mit ganzjährigen Feldbedeckung zu immer geringeren Strecken führt. Kommt es darüber hinaus zu schwachen Wintern mit einer ausreichenden Futterversorgung, steigt die Populationen von Jahr zu Jahr um bis zu 40% an2. In der Folge weiten sich die Schadbilder erheblich aus. Im Jahr 2000 ist dieser Zustand für die Betriebe aus Regionen mit hohem Waldanteil in Sachsen zu einem nicht mehr hinnehmbaren Problem geworden.

Exkurs
Nach dem Studium des Bundesjagdgesetzes, das Sächsische Landesjagdgesetz liegt diesseitig nicht vor, es kann aber keine vom Bundesjagdgesetz abweichenden Regelungen in dieser Frage enthalten, zeigt sich, daß gemäß §21 BJG für Schwarzwild kein zwingend vorgeschriebener Abschußplan aufzustellen ist, das aber ein solcher aufgestellt werden kann. Verschiedene ostdeutsche Bundesländer sind in Einzelfällen diesen Schritt bereits gegangen, um einen der Natur angepaßten, allen zu berücksichtigenden Problemen gerechtwerdenden Bestand an Schwarzwild zu erhalten. Die juristische Frage, ob die untere Jagdbehörde zur Aufstellung eines Abschußplans gezwungen werden kann und ob sich aus dieser Verpflichtung der Behörde im Falle der Nichtaufstellung Schadenersatzansprüche ableiten lassen, ist für Rehwild entschieden, nicht aber für Schwarzwild3. Das Urteil des BGH vom 30.3.1995 läßt allerdings vermuten, daß die diesbezügliche Position der Nutzer der landw. Flächen auch bei Schwarzwild nicht schlecht ist. Dies dürfte insbesondere dann der Fall sein, wenn die §§27, 28 BJG in die Überlegung mit einbezogen werden. Während der §27 die untere Jagdbehörde verpflichtet, die Interessen der Landwirtschaft zu schützen, verbietet der §28 BJG die Hege von Schwarzwild in nicht eingefriedeten Waldflächen.


1 Dr. sc.silv. Lutz Briedermann, Schwarzwild, VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag Berlin, 2. bearbeitete Auflage 1990
2 Rolf Henning, Schwarzwild: Biologie, Verhalten, Hege und Jagd, BLV Verlagsges. mbH München, Wien, Zürch, 5. überarbeitete Auflage 1998
3 siehe Aufsatz „Probleme der Abschußplanung und der Wildschadenshaftung im Wald“ Dr. S. Wagner, Agrarrecht 7/98 Seite 240ff

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5. Schadensfeststellung

Landwirtschaftliche Kenndaten des Schlages 6-1 der Gemarkung Langenbernsdorf

Größe der landw. Nutzflächen 34,2978 ha
Höhe über NN 340 m
Jahresdurchschnittstemperatur 7,5°C
Jahresniederschlagsmenge 700 mm
Bodenart Verwitterungsböden
Bodentyp sandiger Lehm
Bodenpunktzahl 50
Fruchtart Silomais
Saatstärke 11 Pflanzen/m²
Reihenabstände 0,75 m

 

Abb. 1. Schlag 6-1 der Gemk. Langenbernsdorf nach Aberntung des Silomaises

Der 34 ha große Schlag im Süden der Gemarkung zwischen den Stallanlagen der Tierzucht GmbH Langenbernsdorf und dem Leubnizer Forst gelegen, wird an zwei Seiten (Süden, Westen) von Wirtschaftswegen, an der Ostseite von Ackerland und an der Nordseite von Stallungen und Ackerland begrenzt. Der mit Silomais bestellte Schlag war am 1.Ortstermin mit Schneisen durchzogen, am zweiten Ortstermin war die Ernte abgeschlossen. Die gutachterliche Bewertung bezog sich auf die Ermittlung der Größe der Fressplätze (Schadstellen) der Wildschweine und die Feststellung der Höhe der Futterverluste die durch die Wildschweine entstanden waren. Die klassischen Methoden des Auszählens von Stichproben ist bei ausgewachsenem Mais wegen der Höhe der Pflanzen und der Größe des Schlage nicht ökonomisch und gesichert durchzuführen.

Abb. 2. Grünstreifen zwischen Wald und Ackerland
Abb. 3. Schadensübersicht über die östlichen Bereiche des Schlages

Der Unterzeichner hat daher in Absprache mit dem Auftraggeber nach der Ernte der Pflanzen mit dem Satellitenvermessungsystem „Gauss“ der Firma Kraft & Butzge Leipzig den Schlag als Ganzes und anschließend die erkennbar größten Schadflächen vermessen. Die Flächen wurden einzeln ausgewertet, um den Verlust an Pflanzen/m² zu ermitteln. Dabei war von Vorteil, das nach der Ernte mit hoher Genauigkeit, die auf dem Feld verbleibenden Pflanzen ermittelt werden konnten. Zu den so ermittelten Schäden sind noch die eigentlichen Fressverluste durch die Schweine, anhand von Näherungswerten zu addieren. Die Fotodokumentation der Schadstellen stellt sich als schwierig dar, weil die Schadstellen nur durch die zusammenhängenden Flächen mit umgebrochenen, nicht erntbaren Pflanzenteile erkennbar sind.

Abb. 4. und 5. Schadstelle als Übersicht und Nahaufnahme eines Teils der Schadstelle (rot eingekreist)
Abb. 6 Partieller Schadensschwerpunkt (rot umrandet) Abb. 7, 8, 9 Nahaufnahme von Schadstellen und angefressenen Pflanzen

Die Grafik zeigt den Schlag 6-1 mit den wichtigsten 10 Schadensstellen, als Ergebnis der GPS-Vermessung.

Schadstellen-
nummer
Fläche
Ø Saat-
stärke/m²
Soll-
pflanzen/
Fläche
Istpflan-
zen/m²
Istpflan-
zen/Fläche
rel. Aus-
fall
1
1438
11
15.818
10
14.380
90,91
2
887
11
9.757
8
7.096
72,73
3
2333
11
25.663
5
11.665
45,45
4
779
11
8.569
9
7.011
81,82
5
1927
11
21.197
10
19.270
90,91
6
1172
11
12.892
7
8.204
63,64
7
2597
11
28.567
9
23.373
81,82
8
5854
11
64.394
8
46.832
72,73
9
3118
11
34.298
9
28.062
81,82
10
104
11
1.144
10
1.040
90,91
 
20.209
 
222.299
 
166.933
75,09

Durch das Ernteverfahren mit einem reihenunabhängigen Hächsler konnte ein Großteil der geschädigten Pflanzen geerntet werden. Dabei fehlten an diesen Pflanzen die Kolben, dem Hauptnährstoffträger der Silomaispflanzen. Ausgehend von einem Kolben pro Pflanze ist zu dem Schaden von % auf der geschädigten Fläche ein weiterer Schaden von 5% in Ansatz zu bringen. Ferner ist, wie auf dem Bild 3 gut erkennbar, für die Kleinschäden durch Einzeltiere und Wechsel ein weiterer Schadensansatz von 5 % auf 33% der gesamten Restschlagfläche in Ansatz zu bringen.

Somit ergibt sich eine relative Gesamtschadensfläche für den Schlag 6-1 von

Fläche ha
Anteil an der Ge-
samtfläche %
Schadensanteil an
der Fläche %
Ausfallfläche ges.
ha
32,2769
33
10
1,07
2,0209
 
29,91
0,60
     
1,67

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6. Schadenshöhe

1. Substitutionsverfahren Die Methode geht davon aus, das der Geschädigte sich für die Winterfütterung gehandelte Ersatzfuttermittel am Markt zukaufen muß, mit denen das gewünschte Fütterungsziel analog dem zu ersetzenden Futtermittel erreicht wird.

Bezeichnung

Frisch-
masse
kg

durch-
schnittl
TM
% / kg
FM

TM/ha
kg

Rohfa-
ser in
der
TM
%

verdauli-
ches Roh-
protein in
der TM

NEL in
der TM

Kosten
der Er-
zeugung

DM

Maissilage

je kg TM

1

38

 

20

137 g

6,52 MJ

 

Menge kg/ha

45.000

 

17.100

20

2.343 

111 GJ

 

Ersatzfuttermittel

Heu - beste Qualität

je kg TM

 

86

 

21

159 g

5,17  MJ

0,29

kg

900

 

774

 

123 kg

4,00 GJ

224,46

Körnermais

je kg TM

 

88

 

2

95 g

8,37 MJ

0,215

kg

15.900

 

13.992

 

1.329 kg

117,11 GJ

3.008,28

Sojaextraktionschrot

je kg TM

 

89

 

3

501g

7,22 MJ

0,55

kg

2.000

 

1.780

 

892 kg

12,85 GJ

979,00

gesamt

18.800

     

2.344 kg

133,96 GJ

4.211,74

Differenz

       

-1,00

-22,96

-4.211,74

Das zu ersetzende Futter „Silomais in der Teigreife“ wird, bezogen auf die zu ersetzenden Hauptnährstoffkomponenten Energie und Eiweiß unter Berücksichtigung der Rohfaserstruktur, durch Heu und Körnermais und Sojaschrot ersetzt. Diese Vorgehensweise bringt eine gesicherte Datenbasis, da sowohl für Heu als auch für Körnermais und Sojaschrot4 aktuelle Marknotierungen vorhanden sind. Die verbleibenden geringen Differenzen können vernachlässigt werden.

Bei Heu wurde auf Spitzenqualität zurückgegriffen, weil es sich bei der Maisgrünmasse zur Ernte um beste Qualität gehandelt hat. Zu dem Preis der Marktnotierung, ausgewiesen als Erzeugerpreis, sind noch die Händlerspanne und der Transport hinzuzurechnen. Heu als Ersatzfuttermittel ist zwingend, da Wiederkäuer, für deren Fütterung die Maissilage vorgesehen ist, wegen ihres besonderen Verdauungssystems auf strukturierte Rohfaser angewiesen sind. Heu ist als Ersatz für Maissilage zwar möglich, aber gegenüber der zu ersetzenden Maissilage energetisch nur das zweitbeste Mittel der Wahl. Der Ersatz des verlorenen Futters ausschließlich durch Kraftfutter würde dagegen in kürzester Zeit zum Totalverlust der Milchtiere führen.

Um die energetischen und Eiweiß-Differenzen zwischen Heu und Maissilage auszugleichen, ist der Einsatz von Körnermais und Sojaschrot notwendig. Beide Futtermittel werden am Markt gehandelt. Zu den Kosten des Getreides kommen noch die Kosten der Getreideaufbereitung mit Hilfe einer Quetsche. Die Tonne Quetschen wird mit 20,00 DM angesetzt, mithin also DM. Im Gegenzug sind Einsparungen, die sich aus der Schadensminderungspflicht des Geschädigten ergeben, nicht erkennbar. Die Produktion war zum Zeitpunkt der Schädigung abgeschlossen, die Ernte mußte wegen der nur anteiligen Schädigung ohne Abstriche erfolgen.

Das Substitutionsverfahren kommt zu dem Ergebnis, daß die Maissilage einen Substitutionswert je Hektar von 4.400,00 DM ausweist.

2. Sächsische Richtwerte

Die Arbeitsunterlage für die Entschädigung von landwirtschaftlichen Kulturen im Freistaat Sachsen weist einen Entschädigungswert für 1 ha Silomais guter Qualität von 3.600,00 DM als Wiederbeschaffungswert aus5.

3. Inoffizieller Marktpreis, für 1 ha Silomais stehend

In den südlichen Bundesländern wird, insbesondere in den Grenzbereichen zu den Dauergrünlandstandorten, Silomais stehend, erntereif gehandelt. Der dabei übliche Wert bewegt sich zwischen 900,00 und 1.200,00 DM/Tagwerk (1 ha = 3 Tagwerk). Somit wird stehender Silomais vor der Ernte zu einem Hektarpreis von ca. 3.450,00 DM verkauft. Hierzu ist die Ernte, d.h. die Hächselkosten mit 250 DM/ha zu zählen, so daß sich ein Hektarkostenansatz von 3.700,00 DM ergibt.

4. Schadensersatz für den Nutzenentgang durch Wildschaden auf Schlag 6-1 Gemarkung Langenbernsdorf

Unter der Vorgabe, daß eine Schadensminderung nicht möglich ist, ergibt sich ein zu entschädigender Hektarwert je Silomaisfläche von

(4.400,00 DM + 3.600,00 DM + 3.700,00 DM) = 11.700,00 / 3 = 3.900,00DM

Die zu entschädigende Fläche beläuft sich nach meiner Schätzung auf ha. Daraus ergibt sich eine Entschädigung für den Schaden in Silomais auf Schlag 6-1 von

1,67 ha * 3.900,00 DM = 6.513,00 DM

Die fällige Entschädigung für den entstandenen Wildschaden beläuft sich nach meiner Schätzung auf 6.500,00 DM

Es wurden nicht alle Flächen der Gemarkung in den Untersuchungsauftrag einbezogen. Bekannt sind aber auch Schäden in anderen Schlägen. So in dem an der Straße nach Seeligenstädt liegenden Schlag 13-0. Die Schäden auf diesem Schlag lagen bei der Besichtigung nahezu ausschließlich im Grenzbereich zu einem kleinen Wäldchen an der nördlichen Grundstücksgrenze. Die erkennbaren Schäden umfassten eine Fläche von ca. 500 m² mit Ausfällen von bis zu 100% des Aufwuchses. Rechnerisch werden 50% Ausfall angesetzt.

0,025 ha * 3.900,00 DM/ha = 97,50 DM

Rechnet man die Schäden vergleichbarer Flächen in der Gemarkung Langenbernsdorf hoch, so muß bei einem Maisbestand von 250 ha und einem durchschnittlichen Schadenswert von % der Erntemenge ausgegangen werden. Dies bedeutet ein Schadenspotential von bis zu 7 ha Totalausfall pro Jahr.


4 Bay. Landw. Wochenblatt, Marktpreisberichterstattung Heft 39 30.09.2000
5 Berechnungsgrundlage für die Ermittlung von Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen herausgegeben von der Sächs. Landesanstalt für Landwirtschaft Mai 2000

Abb. 10, 11, 12 Schlag 13-1 nördliche Grenze an der Kap-Straße im Bereich des Wäldchens

Zwickau, den 17. März 2002

 

Menges D.

öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für die Bewertung und Entschädigung in der Landwirtschaft

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7. Quellenverzeichnis

Ortstermine am 20.09.2000, 02.10.2000
Flurkartenausschnitt der Koberland eG
Aufsatz „Probleme der Abschußplanung und der Wildschadenshaftung im Wald“ Dr. S. Wagner, Agrarrecht 7/98 Seite 240ff
Dr. sc.silv. Lutz Briedermann, Schwarzwild, VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag Berlin, 2. bearbeitete Auflage 1990
KTBL-Datensammlung Betriebsplanung, 16.Auflage, 1999, KTBL-Schriften-Vertrieb im Landwirtschaftsverlag GmbH Münster-Hiltrup
KTBL-Taschenbuch Landwirtschaft, 15. Auflage, 1990, KTBL-Schriften-Vertrieb im Landwirtschaftsverlag GmbH Münster-Hiltrup
Marktbericht der ZMP für die Woche um den 30.09.2000 veröffentlicht in der Bauernzeitung 39/00
M. Köhne, Landwirtschaftliche Taxationslehre, 3. völlig überarbeitete Auflage, 2000, Verlag Paul Parey
Ernst G. Ignatzi, Jagdrechtliche Bestimmungen in Bayern mit Erläuterungen zu den wesentlichen Bestimmungen sowie über 100 Fragen zum Jagdrecht, Eigenverlag, 6. überarbeitete Auflage, 1993
Rolf Henning, Schwarzwild: Biologie, Verhalten, Hege und Jagd, BLV Verlagsges. mbH München, Wien, Zürch, 5. überarbeitete Auflage 1998
Berechnungsgrundlagen für die Ermittlung von Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen herausgegeben von der Sächs. Landesanstalt für Landwirtschaft, Mai 2000

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© Oliver Gräber 2002